Schnupfverein Worringen
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Schnupfverein wird 55 Jahre alt
Sorge um Finanzierung der sozialen Projekte nach Verkleinerung der Kirmesfläche


In diesem Jahr wird der Schnupfverein 55 Jahre alt. Von den 5 Gründungsmitgliedern lebt noch einer, dieser Herr ist seit vielen Jahren auch auf Grund seines Alters inaktiv.
Der Verein im Wandel:
Am 24.09.1971 trafen sich 6 Personen in der Gaststätte „Haus Schlösser“ und gründeten den Schnupfverein nach einem Vorbild aus Hohentwiel bei Singen.
Damals durfte noch in Gaststätten geraucht werden und so wurde schnell der Leitspruch gefunden „Wer schnupft und raucht, der spendet auch“.
Das hat sich heute komplett gewandelt. Geraucht wird (zum Glück) immer weniger, geschnupft wird nur noch hier und da einmal, aber gespendet wird weiter und darüber freuen wir uns ganz besonders.
Zu Beginn warfen die Schnupfer für jede Prise Schnupftabak 50 Pfennig in ein bereitstehendes Sparschwein. Waren die Sparschweine in Worringens Gaststätten voll oder das Körbchen mit Schnupftabak leer wurden die Schweinchen geschlachtet, die Körbchen wieder gefüllt und es ging von vorne los. 1974 konnte der Schnupfverein erstmalig aus dem Erlös 20 Weihnachtspäckchen im Wert von 30 Mark an Menschenverteilen. Diese gingen an Menschen, die gerade nicht auf der Sonnenseite ihres Lebens standen und sie vermochten oft ein Lächeln in die Gesichter zu zaubern. Oft flossen auch Tränen der Rührung und das ein oder andere Schnäpschen für die Spender.
Auch heute noch packen wir diese Päckchen, inzwischen zwischen 50 und 80 Stück im Wert von 60 bis 80 Euro. Und genau wie früher freuen sich die Beschenkten über die oft unerwartete Geste.
1975 startete man zur ersten Fahrt in den Frühling. Durch eine großzügige Spende des damaligen Bahnhofswirtes konnte man 48 Personen nach Malzhagen ins Oberbergische einladen. Durch diese Fahrt wurden viele Menschen auf den Schnupfverein aufmerksam und schon bald stiegen die Mitgliederzahlen. Damals betrug der einmalige Mitgliedsbeitrag 10 Mark auf Lebenszeit, heute 10€ und immer noch steigen die Mitgliederzahlen.
Am 11.06.1975 fuhr man bereits mit 120 Personen mit dem Schiff bis Königswinter, heute nehmen zwischen 190 und 220 Personen an der Fahrt in den Frühling teil. Mitglied muss dafür niemand sein, nur in Worringen oder Roggendorf/Thenhoven wohnen und 60 Jahre und älter sein. Früher lag der Eigenbetrag bei 5 Mark, heute sind es 20 Euro. Dafür gibt es aber auch ein 3-Gänge-Menü, Kaffee und Kuchen am Nachmittag und Getränke nach Wunsch (außer Spirituosen, Sekt/Champagner).
1978 wurde die Worringer Kirmes wiederbelebt und das erste Höttefest fand in der Pankratiusstrasse statt. Ein Bierpavillon, Trödelstände, Hobbyausstellungen von Worringern und viele feierfreudige Menschen. Nicht nur die Mitgliederzahlen gingen in die Höhe, auch die Freude am Höttefest. Von Jahr zu Jahr kamen mehr Besucher.
1987 bat der damalige Oberbürgermeister Norbert Burger den Schnupfverein um ein passendes Ambiente für die 700 Jahrfeier, z.B. der Ausrichtung eines mittelalterlichen Handwerkermarktes. Ein Jahr der Vorbereitung begann. Nach der erfolgreichen Planung und Durchführung des Handwerkermarkt am 5. Juni 1988 nahm Peter Loesch per Handschlag ein Versprechen entgegen, die Worringer Kirmes wieder in den Ortskern zurückholen zu dürfen. Der alte Kirmesplatz war inzwischen bebaut worden und die Worringer hatten ihre Kirmes verloren. Schritt für Schritt wurde das Fest erneut aufgebaut. Zunächst rund um die Kirche, wie im Vorjahr der Handwerkermarkt. Schnell jedoch bemerkte der damalige Vorstand, dass das Hauptgeschehen sich auf den St.-Tönnisplatz konzentrierte und die übrigen Schausteller weniger besucht wurden.
So wird seit 1990 nur noch der breite Wall und ein Teilstück der St. Tönnis Strasse genutzt. Aus dem Erlös der Kirmes werden sowohl die Kosten für die Fahrt in den Frühling getragen, die sich gerne auf 25.000 bis 30.000 Euro belaufen, wie auch die Kosten für die Weihnachtspäckchen.
Im kommenden Jahr wird der Kirmesplatz etwas anders aussehen.
Leider bekamen wir ein Verbot, den Parkplatz zwischen Breiter Wall und St. Tönnis-Platz zu nutzen. Somit wird es kein Autoscooter-Angebot mehr geben.
Das wird der Kirmes sicherlich einen Abbruch tun und am Ende des Tages auch den sozialen Projekten des Schnupfvereins.
Wir hoffen, uns irgendwie weiter finanzieren zu können, um weiterhin 200 Personen einen schönen Tag im Frühling bereiten zu können, an dem es keine Rolle spielen soll, ob jemand auf den Rollator angewiesen ist oder eine kleine Rente hat. Alle sind herzlich willkommen, mit dem Erwerb einer Fahrkarte (die anderen Kosten werden vom Schnupfverein getragen)eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen
Des Weiteren wollen wir mit unseren Päckchen kleine Freuden bereiten.
Das Geld vom Weihnachtsmarkt reicht da einfach nicht aus und ist ja für die Worringer verplant.
Wir würden uns also sehr freuen, wenn Sie der Herbstkirmes treu bleiben und begrüßen zu können, damit wir vielleicht in der Zukunft das 60. Jubiläum feiern zu können.